Schmuck

Warum Schmuck etwas Besonderes sein sollte

Gefühlt werden mir jeden Tag Hunderte von Mode Schmuck Start Ups angezeigt. Mal wieder jemand, der das hundertste Anker Armband an den Mann bringen möchte. Viele junge Mädchen scheinen drauf zu stehen. Ich hingehen finde, Schmuck sollte etwas Besonderes sein und nicht etwas für 2,50 €, made in China. Sowohl bei meinen Großeltern als auch bei meinen Eltern war Schmuck etwas Besonderes, das man nicht einfach so auf den Nachttisch legte. Man bettete es in eine mit Samt ausgelegte Schatulle, polierte es und trug es in den meisten Fällen lediglich bei besonderes Anlässen – abgesehen von Verlobungs- und Ehering. Das machte Schmuck zu etwas Magischem, das nicht selbstverständlich war und sowohl einen immateriellen als aber auch einen materiellen Wert hatte.

Und nein, ich komme jetzt nicht mit „früher war alles besser“ um die Ecke. Auch ich finde es schön, dass man seinen Schmuck heute tragen kann – auch ganz ohne Anlass. Ich freue mich, dass er etwas Alltägliches bekommen hat ohne an Magie verloren zu haben – zumindest bei mir.

Juweliere vs. Schmuck Start-up

Für viele anderen junge Hüpfer 🙂 ist ein Gang zum Juwelier oder ins Schaufenster schauen bei Christ.de undenkbar. Da nimmt man doch lieber das günstig produzierte Armband, das dann im Notfall auch kaputt oder verloren gehen darf. Zweckmäßig gedacht – keine Frage! Nachhaltig ist es nicht. Über die Qualitätsunterschiede zwischen einem Juwelier wie Christ und einem Start-up – produzierend in China – müssen wir hier wohl nicht sprechen.

Eins haben die zahllosen Start-Ups allerdings den lang etablierten Häusern voraus: Sie schaffen es Trends innerhalb von Wochen und Monaten für sich zu nutzen und damit Menschen zu begeistern.

Aber ist es nicht irgendwie auch traurig, denn welche Bedeutung hat dann noch ein Ring, wenn der Konfigurator ihn ausgesucht hat, ein Postbote ihn lieblos in den Briefkasten geworfen hat und du ihn dann vielleicht alleine zuhause anprobierst?

Schmuck sollte nicht inflationär werden, denn dafür wurde er meiner Meinung nach nicht gemacht. Auch ich selbst habe Jahre lang günstigen Mode Schmuck gekauft bis mir klar wurde, wie viel er dadurch an Wert verliert und wie gering der persönliche Bezug zu dem Schmuckstück und der schenkenden Person an der Stelle ist. Und das nicht, weil das Armband anstelle von 100 Euro nur 5 Euro kostet – vielmehr, weil jeder dritte genau das gleiche Armband trägt.

Und nicht, dass ihr mich falsch versteht: Es muss nicht immer ein 300 Euro Ring sein, um mich glücklich zu machen, ganz im Gegenteil. Ich bin nur der Meinung, dass ein Schmuckstück seinen Zauber nicht verlieren sollte, den es ursprünglich umgibt.

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